Abbau von Barrieren - ein Thema für Kultur, Verwaltung und Politik

Volkmar Thumser, Behindertenbeauftragter des Bezirks Schwaben

20. Oktober 2015 | Inklusion

Bisher wurde Inklusion von vielen nur als Aufgabe für Kindergärten und Schulen gesehen. Eine inklusive Gesellschaft braucht aber mehr.

Volkmar Thumser berichtet von drei Tagungen über Inklusion in der Kultur und bei der politischen Bildung und über inklusive Verwaltung - eine Verwaltung, die für alle Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps zugänglich ist.

NEU: Eine ausführliche Dokumentation der Tagung "inklusiv politisch bilden" mit vielen Videofilmen findet sich ab 31.10. unter http://www.bpb.de/lernen/projekte/inklusiv-politisch-bilden/213818/kongressdokumentation im Internet. Die Filme sind auch bei YouTube zu sehen.

Politische Bildung

Fast alle erwachsenen deutschen Staatsbürger haben das Wahlrecht, alle sind von politischen Entscheidungen betroffen. Dass Wahllokale und politische Veranstaltungen für Rollstuhlfahrer und mit dem Rollator erreichbar sind, sollte längst selbstverständlich sein. (Es ist aber, selbst in Augsburg, noch nicht überall der Fall.) Die Bundeszentrale für politische Bildung befasste sich auf einer Tagung in Berlin mit der Frage, wie man Menschen mit Lernschwierigkeiten Politik nahe bringen kann. Zum Beispiel gibt es bei der Volkshochschule in Berlin eigene Kurse für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Die Dokumentation des Kongresses findet man ab sofort unter http://www.bpb.de/lernen/projekte/inklusiv-politisch-bilden/213818/kongressdokumentation.

Inklusive Verwaltung

Menschen mit Behinderungen gerecht zu werden, ist eine Aufgabe der Verwaltung. Rathäuser und Verwaltungsgebäude müssen barrierefrei sein. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind nicht die einzige Zielgruppe, die Barrierefreiheit fordert. Blinde Menschen, Schwerhörige oder psychisch kranke Menschen finden sich genauso unter den Antragstellern. Das Netzwerk Allgäu stellte in Kloster Irsee die Herausforderungen dar, die Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen darstellen. Viele Bürgermeister und Verwaltungsleute nahmen teil.

Kultur

Menschen mit Behinderungen sind oft durch sichtbare und unsichtbare Barrieren vom Besuch von Kulturveranstaltungen ausgeschlossen. Dabei bietet die moderne Technik viele Hilfen. Zum Beispiel gibt es Induktionsschleifen für Hörgeschädigte im Kino. In manchen Museen gibt es schon Audioguides und Führungen in leichter Sprache. Der Bayerische Bezirketag informierte darüber auf einer Tagung in Nürnberg. Die Musiker der Band "Vollgas" der Musikschule Fürth zeigten, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten flotte Musik machen können. Der Arbeit als Musiker gehen sie auf Teilzeitbasis auf einem Außenarbeitsplatz ihrer Behindertenwerkstatt nach.

Viele Barrieren können abgebaut werden, wenn man mit Phantasie und gutem Willen herangeht und bereit ist, die notwendigen Geldmittel aufzuwenden. Dass diese Bereitschaft nicht bei allen vorhanden ist, zeigte das Schlusswort eines Vertreters der CSU aus dem Kulturausschuss des Bezirketags.

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